Barben Angeln mit Mark Teil 3

Barben Angeln mit Mark Teil 3

Barbenangeln
Category: Angeln am Fluss, Tackle und Taktiken
Tags: Angeln am Fluss, Tackle und Taktiken

Ein weiterer Besuch bei Mark

Im Oktober letzten Jahres ging es dieses Mal mit Mark an die Aller. In den drei Tagen und zwei Nächten sollte es, wie schon im vergangenen September, auf Barbe und Wels gehen. Da es im Vorfeld bei mir mit der Barbe nicht geklappt hat, musste noch unbedingt dieser Zielfisch in die Statistik einfließen.

Gesagt getan, das Wetter war traumhaft, aber die Nächte kühl. Trotzdem sollte die gemeinsame Zeit ein voller Erfolg werden. Ausgerüstet mit dem nötigen Zubehör für das Angeln auf Barbe nahm das Abenteuer seinen Anfang.

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Auf los, gehts los…

Im Gegensatz zur letzten Session musste unbedingt meine Bolo-Rute ins Gepäck. Mein Know-How diesbezüglich nutzte Mark schamlos aus und so kam die klare Ansage: “Torsten, du bist erst einmal für Köderfische zuständig.” Ach ja, damit der feine Herr seine Wels-Lust frönen kann? Oder kannst du nicht mit der Pose angeln?”, entgegnete ich ihm frech. Gekonnt packte ich meine schicke Bolo-Rute aus und grinste ihn dabei an. “Na, sowas Schönes haste nicht, wa?” Naja, was soll ich sagen. Ganz schön große Klappe für Einen, der das Gewässer überhaupt nicht kennt und dort noch nie geangelt hat. Fisch wird es wohl hier geben, so mein Gedanke, wird wohl schief gehen. Aber der geehrte Herr Gray hatte ja so seine Vorstellungen von der Köderfischgröße. Und diese musste es unbedingt für seine Welsrute sein. Na das kann ja heiter werden, dachte ich mir so.

Nicht lange schnacken, Kopf in den Nacken und vor dem Start ein edler Hopfentrank. Ausgerüstet mit Schirm, Charme und Melone…oh, da habe ich wohl was verwechselt… Also nochmal, ausgerüstet mit Bolo-Rute, große Avon Pose, Pellets für Futterspur und Maden in Hülle und Fülle.

Auf Grundlage der vorhandenen Struktur erstellte ich mir einen Plan für meine Vorgehensweise. Um größere Reichweite zu haben, gab es nur einen Weg und der hieß: “Ab ins Wasser, Kollege.” Natürlich musste dazu die Neopren Wathose angezogen werden, da das Wasser im Oktober schon sehr kühl war. Vorsichtig ging es ins Wasser, um die Strömung zu testen und ein Gefühl dafür zu bekommen. Wichtig ist auch hier, das man sich langsam vorarbeitet und nicht sorglos ins Wasser geht. Wichtig für so eine Art der Angelei ist ein sicherer Stand und für den Fall der Fälle sollte nach einem passenden Halt gesucht werden. Ebenso sollte keine Steine im Weg sein, auf die man eventuell fallen kann. Sicherheit geht immer vor und sollte mehr Gewichtung haben, als ein spektakuläres Video in den sozialen Medien, wo man für den Unfallhergang und einer Livesendung während der Fahrt aus einem RTW (Rettungswagen) reichlich Likes bekommen würde. Also Augen auf bei solchen Abenteuern. Die Angehörigen, Familie oder Partner werden es euch danken.

Nun genug geschwafelt, ab ins Wasser, Pose ausloten bzw. ausbleien, Futterspur legen und Made drauf. Mark machte schon mächtig Druck und fragte nach den Köderfischen für seine Welsrute. “Ja, ja, ich kann Angeln”, entgegnete ich ihm. Seine Antwort war nur ein breites Grinsen. Nachdem die Futterspur aktiv war, stellte sich schnell der Erfolg ein und ich konnte, mit einem breiten Grinsen, ihm die ersten Köderfische präsentieren. Für diesen Tag war ich schonmal entschneidert und Mark konnte endlich seine Welsrute auslegen. Auf einen Schlag zwei Angler glücklich binnen einer halben Stunde. Das roch nach Freiheit. Ich stieg aus dem Wasser und half ihm beim Auslegen der Welsrute. Danach legte ich meine Barbenruten aus und der Tag war fürs Erste gerettet. Entspannt ließen wir uns gemeinsam die Sonne auf unsere geschundenen, aber perfekten Anglerkörper strahlen.

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Der erste Abend

Der Tag ging ziemlich unspektakulär zur Neige und der Abend nahte. Da das Gewässer sehr klar war, standen die Chancen ab jetzt viel höher als beim strahlenden Sonnenlicht. Wir saßen gemütlich bei Cola (für Mark) und einem Hopfentee (für mich) vor dem Propan-Heizer im Frühstückszelt und hauten uns gegenseitig die Taschen voll, aus alten Zeiten natürlich. Naja, ich denke, bissel Wahrheit war schon vorhanden und als gestandene Männer im perfekten Alter kamen so einige interessante Storys ans Abendlicht. Irgendwann beschlossen wir, unsere Augen zu schonen und den so viel beschworenen Schönheitsschlaf anzutun.

“Sollte in der Nacht was sein, dann pfeife ich”, sagte Mark. Jo, pfeif du mal, dachte ich so bei mir, die Nacht ist zum Schlafen da.

Stunden später erreichten mich im Nirwarna meiner Träume merkwürdige Töne, die sich immer schriller anhörten. Reality or Dreamer? Hm, das Pfeifen wurde lauter und eindringlicher. War da jemand in Gefahr? Nochmal schnell umdrehen, ist bestimmt nur ein Traum. Minuten später pfiff es immer noch. Aaaahhhh, stimmt, wir wollten ja bei Fisch uns wach pfeifen. Schnell raus aus dem Zelt, Schluffen auf halb acht und stolpernd Richtung Wasser. Hier sollte irgendwo ein Mensch stehen, der Hilfe benötigt. “Was’n los”, fragte ich. “Schön, dass du auch schon kommst”, meinte Mark. “Schon mal auf die Uhr geguckt”, fragte ich zurück. “Das ist halb zwei”. “Ja und? Hilf mal!”, sagte Mark.

Nach dem der Fisch fachgerecht versorgt wurde und für die Nachkommen der fotografische Beweis angelegt wurde, ging es wieder zurück ins mollige Bettchen. Mollig???? Arschkalt mittlerweile geworden, da das Zelt offen stand. Brrrrrrr…..

Morgens halb sieben in Deutschland wieder merkwürdige Pfiffe. diesmal war ich schneller. “Sag mal, gehts noch?”, fragte ich, am Wasser angekommen. Schnell die übliche Zeremonie und ab in die Heia. An Schlaf war nicht mehr viel zu denken und die Gedanken kreisten. Wieso fängt der denn immer und nicht ich? War ja beim letzten Angeln auch.

Na gut, neuer Tag neues Glück. Jetzt ein schönes Frühstück mit Bacon & Eggs und ‘ne Tasse Kaffee. “Willst nicht mal die Ruten auslegen? Draußen fangen die nichts.”, so Mark sein Tenor. “Lass mich mal machen, wirst schon sehen. Gleich knallt es. Jetzt ist Frühstück angesagt.”, rief ich ihm zu. Er grinste nur so und ich strotzte vor Selbstbewusstsein. Heute muss es endlich klappen.

Perfekt gestärkt ging es mit neuer Taktik auf die Barbenjagd. Als erstes Köderwechsel auf Barben Hookbaits und warten. Nix ahnend und den Tisch abräumend kam ein Einschlag aus dem Nichts und die Rute verbog sich heftig nach links. Oh, Barbe am Morgen, vertreibt die Sorgen? So meine Gedanken. Jetzt nur nichts falsch machen. Plötzlich im Drill Sendepause. Nix ging mehr. Och nöööööö, Hänger in der Schilfinsel. Jetzt waren schnelle Entscheidungen gefragt. Mark hielt die Rute und ich zog mir die Wathose an. Kleiner Tip am Rande. Besorgt euch am Besten eine gummierte Wathose, in die ihr nachts und am Tage schnell reinschlüpfen könnt. Das spart Zeit und Nerven. Neopren ist eher dafür geeignet, um länger im Wasser zu stehen, wie beim Spinn- und Fliegenangeln bzw. der mit der Posenrute im Wasser.

Lange Rede kurzer Sinn, Hose an und ab die Post. Nach einigen Metern im Wasser konnte ich die Barbe erfolgreich lösen und der Affentanz ging weiter. Die Barbenrute, bestückt mit der Korum Zelos Mini Pit Rolle von Korum leistete gute Dienste und ich konnte Minuten später meine Barbe in Empfang nehmen. Der Tag endete ziemlich unspektakulär. Weder Barbe noch Wels ließen sich blicken. Aber es stand schon mal 1:2 für mich und eine Nacht war ja noch geplant.

Die zweite Nacht

Gegen Morgen halb vier schrillte dieses Mal mein Bissanzeiger. Halbwach und stolpernd ging es Richtung Ufer. Die Rute bog sich rechtwinklig und von der Rolle lief langsam Schnur. Komisch dachte ich, was soll damit sein? Leider war über Nacht wohl das in der Nähe liegende Wehr geöffnet worden, um den Druck zu verringern, den anstauende Krautmassen verursacht haben. Dieses Kraut lief nun in unsere Schnüre und löste Fehlalarm aus. Na gut, Rute raus, Kraut entfernt und Rute wieder rein. dieses Mal ganz in die Nähe des Ufers, was eher im Dunklen Sinn macht, als am Tag.

Schnell in die Heia und auf Fisch gehofft. Upps, eingeduselt, keine 13 Minuten später wieder Alarm. Das kann dich nicht wahr sein, dachte ich. Dieses Mal völlig wach vom letzten Einsatz, sah ich sofort was Phase war. Hier ging es ab. Rute hoch, Anhieb und ein lautes “Yes”. Wie vereinbart pfiff ich vor mich hin. Nur Mark reagierte nicht. Ich pfiff weiter, so laut ich konnte. Leider beherrsche ich die Kunst des Pfeifens so gut wie gar nicht. Mark reagierte immer noch nicht. Der Fisch war schon fast gelandet. Ich fing laut an zu rufen. Immer noch keine Reaktion. Langsam arbeitete ich mich bis zu seinem Zelt vor und pfiff vor mich hin. Meine Gedanken spielten Achterbahn. Holy Shit. Lebt der noch? Ist der bewusstlos? Warum reagiert er nicht? Fragen über Fragen.

Mittlerweile hatte ich die Barbe allein gelandet und der Mark, man kann es kaum glauben, jaaaaa, er lebt noch, er lebt noch….usw. kam aus dem Zelt gekrochen. “Was denn los? Hast du gepfiffen? Gibts was Neues?”, fragte er unschuldig. ” Ja klar hab ich gepfiffen” entgegnete ich. “Wie hast du denn gepfiffen?”, fragte er. Ich ihm das vorgepfiffen. Danach erntete ich großes Gelächter und Mark führte mir vor, wie es richtig geht, damit er wach wird. “Toll, das werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr schaffen.”, war meine Antwort.

Schnell noch ein Bild für die Nachkommen und ab in die Heia. Da es 2:2 stand bleiben die Ruten an Land und ich konnte zufrieden einschlafen. Da es der Abreisetag war, musste ich ja fit sein für die Heimfahrt.

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Ausklang

Nach einem ausgiebigen Frühstück packte Mark seine Sachen, da er noch etwas zu erledigen hatte. Ich packte auch schon soweit und wartete auf seine Rückkehr. Die Wartezeit nutzte ich mit der Bolo-Rute für weitere erfolgreiche Erkundungen am Gewässer. Im Anschluss daran, wollte Mark mir die Schönheiten seines Reviers zeigen.

Wenn du bis hier gelesen hast, dann bedanke ich mich recht herzlich dafür. Genug der vielen Worte. Geniesse mit mir die schönen Bilder der beeindruckenden Flusslandschaft.

Petri Heil, Torsten Marasus

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