Manchmal kommt es anders, als man denkt.
Vor einigen Jahren, habe ich dieses nette Flüsschen für mich entdeckt. Vorausgegangen war ein Rückbau der Staustufen, die ich dokumentarisch begleitet habe. Dieser Umbau wurde im Zuge zur Erfüllung der Wasserrahmenrichtlinie durchgeführt, die leider sehr schleppend in Deutschland umgesetzt wird.
Im Laufe der Jahre formten sich nun die einzelnen Bereiche der neu aufgebauten Staustufen in natürliche Oasen der Ruhe, wo Flora und Fauna sich prächtig entwickeln konnten.
Da nicht nur große Flüsse für mich respekteinflößend wirken, ist das Flussangeln für mich grundsätzlich eine andere Herausforderung, die gegenüber dem Angeln in Seen, doch etwas mehr Know How dem Angler abverlangt. Aber dazu später mehr in einem anderen Beitrag.
Nachdem ich mich nun die letzten drei Jahre seit dem Umbau intensiv mit diesem Flüsschen auseinandersetze, ist es mir gelungen, sehr viele Spezies dort zu finden. Gegenläufigen Meinungen zum Trotz, dass hier nicht viel Fisch zu finden sei, begab ich mich auf die Suche, nach diversen Zielfischen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Eine großartige Selektion im Laufe der Zeit durch Angeln in Verbindung mit einem Elektro-Fischen, zwecks Bestandsaufnahme, bestätigte meinen Eindruck, dass hier doch reichlich Fisch sein muss. Zumal durch den Rückbau der Staustufen, eine barrierefreie Verbindung zum Flusssystem Ems erfolgte.
Das Geheimnis der kleinen Flüsse
Grundsätzlich reagieren Flüsse in dieser Größenordnung sehr sensibel auf Angeldruck, ausgeübt durch eine hohe Anzahl von Angelruten, die mit ihren Schnüren das Gewässer regelrecht absperren. Ebenso sind große Angler-Ansammlungen mit Party-Charakter nicht zielführend für einen Erfolg, auf das Angeln größerer Spezies. Schon zwei Angler können Alles zunichte machen und große Scheuchwirkungen erzielen. Daher bin ich am liebsten allein unterwegs.
Absolut unverständlich für mich, sind Forderungen von Anglern, die meinen, dass die Uferränder mal wieder gemäht werden müssen oder Kraut entfernt werden müsste. Genau diese Elemente sind wichtig zum Schutz der Fische vor natürlichen Fressfeinden und für die natürliche Reproduktion unerlässlich. Ebenso bieten Gras- und Schilfgürtel idealen Schutz bei der Pirsch, um überhaupt ansatzweise eine Chance auf große Spezies zu haben.
Dieses Bild aus dem Vor-Frühling spricht deutliche Bände, gegenüber unserem Titelbild. Von Schutz kann hier kaum die Rede sein, von Erfolg erst recht nicht. Es sei denn, man hat die richtige Angelmethode, wie zum Beispiel das Trotting mit der Pose. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Angeltechnik mit der Pose, die in Flüssen praktiziert wird.